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Hohe Trefferquote? Vergiss es – deshalb verlierst du trotzdem Geld

Viele Trader feiern ihre hohe Trefferquote. Doch ohne starkes Chance-Risiko-Verhältnis verlierst du trotzdem Geld. Die brutale Wahrheit über Setups.

Die große Lüge der Trefferquote

Wir kennen es alle: Trader prahlen in Foren oder in Telegram-Gruppen mit einer Trefferquote von 70 % oder 80 %. Klingt beeindruckend – aber es ist eine gefährliche Illusion.

Denn am Ende interessiert die Märkte nur eins: das Verhältnis von Gewinn zu Verlust.
Ob wir 3-mal oder 7-mal in Serie richtig liegen, ist irrelevant, solange ein einziger großer Verlust alle kleinen Gewinne wieder frisst.

Die brutale Wahrheit: Eine hohe Trefferquote bedeutet nichts. Sie ist ein psychologischer Trostpreis. Das Konto entscheidet sich nicht über die Häufigkeit der Gewinne – sondern über das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV).


Warum das CRV das Herzstück jeder Strategie ist

Das CRV bestimmt, ob unsere Strategie langfristig überlebt.

Mit einem CRV von 1:3 oder besser reichen uns schon wenige Volltreffer, um profitabel zu sein.

Mit einem CRV von 1:1 oder schlechter arbeiten wir gegen die Mathematik.

Viele Trader ignorieren diese einfache Regel – und laufen direkt in die Falle.


Zwei Strategien – eine Wahrheit

Schauen wir uns das einmal mit echten Zahlen an.


Strategie A – viele Verluste, starkes CRV

Winrate: 20 %

CRV: 1:4

Trades: 10

ErgebnisAnzahl Tradespro Trade (R)Gesamt (R)
Verluste8–1–8
Gewinne2+4+8
Total100

👉 Wir liegen 8-mal falsch und nur 2-mal richtig – und stehen trotzdem bei Break-even.
Warum? Weil zwei Volltreffer alle Verluste auffangen.

Mit starkem CRV dürfen wir uns viele Fehlversuche leisten, ohne dass das Konto implodiert.


Strategie B – viele Gewinne, schlechtes CRV

Winrate: 60 %

CRV: 1:0,5 (Risiko 8 Ticks, Gewinn 4 Ticks)

Trades: 10

ErgebnisAnzahl Tradespro Trade (Ticks)Gesamt (Ticks)
Verluste4–8–32
Gewinne6+4+24
Total10–8

👉 Wir liegen 6-mal richtig, fühlen uns wie Helden – und sind trotzdem im Minus.

Das Konto schmilzt langsam dahin. Genau das ist die traurige Realität der meisten Retail-Trader: Viele kleine Scalps, viele kleine Gewinne – bis ein einziger großer Verlust alles auslöscht.


Verluste sind Fixkosten – Trading ist Business

Die meisten Trader haben Angst vor Verlusten. Jeder rote Trade fühlt sich wie eine Niederlage an. Doch das ist ein Denkfehler.

Verluste sind nichts anderes als Fixkosten.

Ein Restaurant zahlt Miete, Strom und Personal – unabhängig davon, wie viele Gäste kommen.

Ein Trader zahlt seine Verluste – unabhängig davon, wie die letzten Trades liefen.

So wie kein Unternehmer erwartet, ohne Kosten ein Geschäft zu führen, dürfen wir Trader nicht erwarten, ohne Verluste durchzukommen.

👉 Verluste sind die Miete, die wir zahlen, um am Markt zu spielen.


Warum wir keine Angst vor Verlusten haben

Wir fürchten Verluste nicht – wir kalkulieren sie. Jeder Trade ist ein Geschäftsvorgang:

unser Risiko = Fixkosten,

unser Gewinnpotenzial = Umsatz.

Wenn der Trade nicht aufgeht → Kosten verbucht, nächster Versuch.
Wenn er aufgeht → Umsatz, der die Kosten übertrifft.

Kein Unternehmen trifft jeden Wurf, kein Händler verkauft jede Lieferung ohne Abschreibung. Warum sollten wir Trader es anders erwarten?

Wir haben keine Angst vor Verlusten, weil wir sie als Teil unseres Geschäftsmodells verstehen.


Fazit – die brutale Wahrheit

Eine hohe Trefferquote ist wertlos.

Ein schlechtes CRV frisst jedes Konto leer.

Verluste sind kein Drama – sie sind die Fixkosten unseres Business.

Wir Trader verlieren nicht, weil wir oft falsch liegen. Wir verlieren, wenn wir Verluste größer werden lassen als Gewinne. 👉 Hör auf, dich an deine Winrate zu klammern. Fang an, dein CRV zu kontrollieren.
Das ist der Unterschied zwischen einem Hobby und einem Trading-Business.

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